Biografie

Biografie

Abgeliebt
 
So war das nicht geplant. “Feuerwehrmann, Astronaut, Rennfahrer - auf der Liste meiner Traumberufe stand seit meiner Kindheit so einiges. ‘Sänger’ allerdings nicht, auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen.” Jan Sievers lacht sein offenes Lachen, immer noch sichtlich erstaunt über die plötzliche Wendung seiner Karriere: Mit dem Song “Die Suche” war er wochenlang Dauergast in den Charts, sein rauer, warmer Bariton klang aus allen Kanälen. Vor einiger Zeit hat er sein TV-Debüt als Sänger gegeben, im zarten Alter von 32 Jahren, live bei Stefan Raab, das Netz wimmelt nur so vor Einträgen mit dem Namen “Jan Sievers” und der Blätterwald raschelt. Sein Album mit dem ungewöhnlichen Titel “Abgeliebt” stellte Jan 2010 mit namhafter Hilfe fertig: Jens Carstens und Zoran Grujovski, bekannt aus dem “Rosenstolz”-Umfeld, und Patrick Majer, der unter anderem bei “Wir sind Helden” und “Jennifer Rostock” hinter den Reglern saß, zeichnen für die Produktion verantwortlich.
 
Was wohl passiert wäre, hätte es nicht diesen auf Kassette gesungenen Geburtstagsgruß für eine Kollegin gegeben? Und was, wäre diese kurze Stimmprobe nicht hinter seinem Rücken in der Musikbranche lanciert worden? Wahrscheinlich wäre er in seinem Job geblieben. Jan Sievers ist nie auf Feuerwehrleitern geklettert, bis ins All ist er erst recht nicht gekommen, er wurde stattdessen Werbetexter. Mit Musik und Songwriting hat die Werbewelt allerdings wenig zu tun, außer dass beide Felder eine Spielfläche für Kreativität und Worte bieten – die Werbung eine klar abgegrenzte, die Musik dagegen eine schier unendliche. Nachdem er einmal in die neue Kreativ-Spielwiese betreten hatte, war die Leidenschaft geweckt. Und sie gewann nach kurzer Zeit die Oberhand: Jan Sievers hängte den sicheren Job an den Nagel und stürzte sich in sein neues Leben. Ohne Absicherung, ohne Erfahrung in seinem neuen Arbeitsumfeld, abgesehen von ein wenig Klavier- und Schlagzeugunterricht, den ihm seine Eltern als Kind hatten angedeihen lassen. Ein finanzielles Risiko, aber kein Problem: Jan Sievers hat ein ausgeprägtes Urvertrauen, ob das nun sein Berufsleben betrifft oder adrenalinschwangere Verrücktheiten wie Fallschirmspringen und Canyoning, denen er in seiner Freizeit nachgeht. Er wollte und musste es einfach ausprobieren. Es würde schon gut gehen. Und es ging gut. In der Hamburger Clubszene erspielte Jan Sievers sich schnell den Ruf eines Publikumsmagneten. Und auch darüber hinaus machte sein Name die Runde: Noch bevor er überhaupt einen eigenen Titel auf dem Markt hatte, schrieb er schon für andere. Zum Beispiel den Text zu “Ich bin ein Nichts”, Gunter Gabriels vom Feuilleton hymnisch gefeierte Interpretation des Radiohead-Klassikers “Creep” - ganz nebenbei die erste fremdsprachige Textbearbeitung, die Radiohead-Mastermind Thom Yorke je freigegeben hat.
 
Die Ideen kommen ungeplant, die Inspiration kann überall lauern - im Urlaub, im Bus oder an der Kassenschlange im Supermarkt. Und immer wird alles stehen und liegen gelassen, so lange, bis die Eingebung auf Papier oder Aufnahmegerät gesichert ist. Etwaige Genregrenzen spielen dabei keine Rolle, Jan Sievers schreibt einfach Songs, und die bekommen, was sie brauchen: Emotionen, kitschfrei verpackt in seiner bildhaften Sprache, poetisch und voll detailverliebter Wortspiele, aber immer auf den Punkt formuliert. Das Ergebnis ist deutschsprachige Popmusik mit Mut zur großen Geste.
 
Und ohne Furcht vor großen Namen: Im Video zu “Die Suche”, der ersten Single des Albums, gibt es gleich ein munteres Stelldichein - Jennifer Rostock, Gunter Gabriel und Schauspielerin Ina “Paule” Klink leihen der vorwärtsgewandten Ballade ihre Gesichter. Genau wie Udo Lindenberg, gewissermaßen als Ehrengast, der “Jan, dem charmanten Vogel”, diesen Wunsch gern erfüllte.
 
Zwei Stücke auf “Abgeliebt” sind Koproduktionen mit dem schwedischen Jazz-Musiker und Komponisten Martin Tingvall, der schon für Udo Lindenbergs epochales Comeback-Album "Stark wie Zwei" maßgebliche Songs beisteuerte und jüngst mit seinem “Tingvall Trio” den Jazz ECHO entgegennehmen durfte: das druckvolle “Gegen die Zeit” sowie der letzte Song des Albums, “Fortsetzung folgt”. Hinter dem unprätentiösen Titel des finalen Tracks verbirgt sich ein ergreifender, nur von Klavier und Streichern begleiteter Abschiedsbrief an eine erst vor kurzem verstorbene Person, der sich Jan Sievers noch immer sehr verbunden fühlt. Ein Song, der das Innerste nach außen kehrt. “Es tut gut, solche Gefühle rauszulassen, sie zuzulassen und in Worte und Töne zu fassen”, sagt Jan Sievers. “Musik schreiben, bedeutet für mich auch, Erlebtes zu verarbeiten. Von Zeit zu Zeit tut es einfach gut, den emotionalen Eisschrank abzutauen und Platz für Neues zu schaffen.”
 
Außerdem wurde ein weiterer Wunsch Realität: Der von einem Duett mit AnNa R., der Sängerin von Rosenstolz. Mit dem Titel „Nichts zu bereuen“ schrieb Jan Sievers eher eine Art “Anti-Duett”, einen Song für zwei charakterstarke, völlig unterschiedliche Stimmen, die sich aber perfekt ergänzen. Jan Sievers schaut mit einem offenen, grundsätzlich positiven Blick auf das Leben mit all seinen Eigenheiten und Wirrnissen. Im Herbst ist eine Tournee geplant, alles andere wird sich weisen. Und was immer die Zukunft auch an neuen Überraschungen parat halten mag: Das wird schon.

Jan Sievers hat sich mit seinem Debütalbum ‚Abgeliebt‘ unüberhörbar als deutschsprachiger Singer-Songwriter etabliert. Der Stern adelte ihn mit einer überschwänglichen, halbseitigen Rezension. Das Album platzierte sich auf Anhieb in den Top 40 der Media Control Charts. Seine Single ‚Die Suche’ tat das gleiche und das dazugehörige, wundervolle Video avancierte mit Gastauftritten von u.a. Udo Lindenberg, Gunter Gabriel und Jennifer Rostock binnen kürzester Zeit mit über weit über einer Million Clicks  zum YouTube-Hit. TV-Auftritten beim SWR, ZDF oder bei Stefan Raabs TV-Total folgten umjubelte, eigens auf Wunsch von Anna Loos und ihrer Band gespielte Support-Shows für Silly. Für 2012 ist sein neues Album angekündigt. Seinem Stil – poetisch, kitschfrei, voll detailverliebter Wortspiele und immer auf den Punkt formuliert – wird er treu bleiben.

Aktuelle News

23.12.2011 - 12:13
An die großartigsten Janhänger von allen, ein turbulentes, erfahrungsreiches und bewegendes Jahr geht zu Ende. Genießt die letzten Tage und feiert schön im Kreise Eurer Lieben – aber immer schön brav bleiben, sonst gibt’s keine Geschenke.
22.12.2011 - 13:03
Liebe Fans und Freunde von Jan Sievers,wir haben eine sehr gute und eine, nun ja, ein klein wenig schlechte Nachricht für euch. Die gute Nachricht zuerst: Wir haben die Website von Jan technisch komplett überarbeitet und für die Zukunft gerüstet. Womit wir auch schon bei der klein wenig schlechten Nachricht wären: leider können die alten Zugangsdaten nicht mehr verwendet werden, ihr müsstet euch bitte einmal neu anmelden. Schreibt auch gern wieder etwas ins Gästebuch,Jan wird sich freuen.
12.12.2011 - 00:00
Ihr Lieben,mit einem kleinen Einblick melde ich mich aus der Schreibklausur und kann Euch sagen: es geht voran. Erste Texte und Melodien sind geschrieben, Demos werden aufgenommen. Es fühlt und hört sich gut an. Aber bald mehr dazu. Jetzt erstmal viele Grüße aus der Abgeschiedenheit, denn dort schreibt es sich am besten.Bis bald,der Eremit